| Klausurtagung des Pfarrgemeinderates 2011 |
| Geschrieben von: Dr. Joachim Latt, | |||
| Dienstag, 12. Juli 2011 um 20:29 Uhr | |||
Klausurtagung des Pfarrgemeinderatesin Ützdorf am 13./14.5.11Schon zu einer langjährigen und guten Tradition geworden, fand auch in diesem Jahr die Klausurtagung des Pfarrgemeinderates in Ützdorf statt. Wenn wir auch nur wenige waren und die Tagung durch die Tatsache überschattet war, dass das Haus St. Afra Ende nächsten Jahres geschlossen wird, hatten wir doch einmal mehr interessante Gespräche und intensiven Gedankenaustausch. - Klausurtagungen sind immer eine kleine Insel im sonst sehr „operativen“ Leben des Pfarrgemeinderates. Mitglieder der Gemeinde, die die Pfarrgemeinde- ratssitzungen kennen, wissen, dass es häufig die Kleinigkeiten sind, über die diskutiert, gestritten und verhandelt wird – da kommt das „Große und Ganze“ mitunter auch mal aus dem Blick. In Ützdorf ist einfach mehr Zeit und Ruhe, um miteinander reden zu können, um Themen anzudenken und zu besprechen, die sonst zu kurz kommen. In diesem Jahr wollten wir uns, auch wegen der Diskussionen innerhalb der Gemeinde, Gedanken zur Situation der Kirche, zu kritischen Auseinandersetzungen und Verlautbarungen und zu den verschiedenen Gedanken einzelner Gruppen und Entscheidungsträger machen. Dazu hatten sich einige PGR-Mitglieder mit den einzelnen wichtigen Papieren zur Thematik auseinandergesetzt: Dem Memorandum von deutschen Theologen „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“, der Petition „Pro Ecclesia“, den Ausführungen des Bischofs Feige und den Verlautbarungen der Deutschen Bischofskonferenz. Wie nicht anders zu erwarten, gab es auch in unserem Kreis Pro und Kontra, Für und Wider – es ist aber gelungen, miteinander ins Gespräch zu kommen, nicht nur zu diskutieren, sondern auch mal zuzuhören und sich Gedanken zur Argumentation des anderen zu machen. Großer Dank an alle, die auch von ihren persönlichen Erfahrungen und Einsichten berichtet haben, nicht zuletzt Pfarrer Wittig, der durchaus überzeugend und beeindruckend seine eigene Sicht auf sein priesterliches und zölibatäres Leben dargelegt hat. Im Ergebnis der Informationen und Gespräche haben wir festgestellt, dass die wichtigste Voraussetzung für ein Gespräch in der Gemeinde zunächst ein Konsens über die Art und Weise des miteinander Redens sein muss. Wir haben überlegt, ob es nicht sinnvoll und notwendig wäre, sich zu allererst darüber zu einigen, wie man miteinander spricht, einander zuhört, seine eigene Meinung nicht als das ultimativ Wahre annimmt und die Meinung des anderen als grundsätzlich zu hinterfragen darstellt. Wenn es Gespräche über unseren Umgang mit der krisenhaften Situation der katholischen Kirche in unserer Gemeinde geben soll (und das soll es unbedingt!), dann darf am Ende nicht eine Zweiteilung der Gemeinde stehen, mit unüberwindbaren Gräben und gegenseitigen Verletzungen. Davon gibt es eigentlich schon genug und die Auseinandersetzung mit den aktuellen Themen soll nicht dazu führen, dass noch mehr Gegeneinander entsteht. Angedacht also ist eine Reihe von Gesprächen in der Gemeinde, die eröffnet werden könnte durch ein Gespräch über das miteinander Reden, Streiten und Versöhnen. Es sollte uns gelingen, hier einen Moderator zu finden, der das mit uns übt, so dass wir eine gemeinsame Grundlage für alle weiteren Auseinandersetzungen finden können. Eine Aufgabe, die der aktuelle Pfarrgemeinderat sicherlich nicht mehr stemmen wird, die aber zentrales Anliegen des neuen Pfarrgemeinderates werden kann. Womit wir beim zweiten Thema der Ützdorfer Klausurtagung wären: Der Vorbereitung der PGR-Wahlen im November dieses Jahres. Wir haben uns mit den Statuten und den Wahlregeln beschäftigt, sind uns einig, dass wir 10 Mitglieder wählen werden und haben intensiv über die Frage der Kandidatenfindung gesprochen. Wundern Sie sich also nicht, wenn demnächst ein Mitglied des PGR auf Sie zukommt und Sie fragen wird, ob Sie bereit wären, Verantwortung für die Gemeinde in diesem Gremium zu übernehmen. Eine Frage, die sich jedes Gemeindemitglied stellen sollte. Die Arbeit im Pfarrgemeinderat ist sicherlich hin und wieder anstrengend, zeitaufwendig und nervend. Sie kann aber auch eine Möglichkeit sein, das Leben in der Gemeinde aktiv mitzugestalten, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen und mitzuhelfen, dass wir auch weiterhin als lebendige Gemeinde, als katholische Kirche in unserem Umfeld wahrgenommen und geschätzt werden. Dr. Joachim Latt, Vorsitzender des PGR
|
