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Kurzer Abriss der Geschichte der katholischen Gemeinde St. Georg
Geschrieben von: Marco Sieslack   
Sonntag, 14. November 2004 um 22:50 Uhr
Geschichte der katholischen Kirchengemeinde St. Georg

Diese Seite wäre nicht möglich gewesen ohne die gründliche und engagierte Vorarbeit der Herren Klose und Dr. Braun zur Geschichte der Gemeinde St. Georg und der Herren Hellwig und Teichert zur Geschichte der Gemeinde St. Maria Magdalena,  die mir das von ihnen gesammelte Material dankenswerterweise zur Verfügung gestellt haben.


6.11.1896
Feier des ersten Gottesdienstes
29.5.1901 Gründung der Gemeinde als Kapellengemeinde für 900 Gemeindemitglieder in Pankow, Niederschönhausen, Lübars, Blankenfelde und Französisch Buchholz
16.8.1901 Als erster Geistlicher wird Kuratus Teubner eingestellt
7.7.1907 Grundsteinlegung für die Pfarrkirche an der Kissingenstraße 33 durch Prälat Kleineidam
1907 Anmietung einer Werkstatt in der Waldowstraße und Umbau zur Marienkapelle für die Buchholzer und Niederschönhausener Gemeindemitglieder
Ankauf des Grundstücks Platanenstraße für den Kirchbau für die Niederschönhausener Gemeindemitglieder
20.6.1909 Benediktion der Pfarrkirche durch Pfarrer Teubner
1909 Gründung eines Kirchbausammelvereins für Niederschönhausen
6.11.1910 Konsekration der Pfarrkirche St. Georg durch Kardinal Georg Kopp, Breslau
Oktober 1920 Errichtung eines Heims in Nordend durch die St. Josephssschwestern, dessen Kapelle anstelle der Kapelle in der Waldowstraße als zweiter Gottesdienstort genutzt wurde
Juli 1921
Ansiedlung der Franziskaner in der Wollankstrasse und Bau einer Kapelle
9.5.1929 Grundsteinlegung für die Kirche St. Maria Magdalena, Platanenstraße, durch Erzpriester Kayser aus Hermsdorf
1.1.1930 Gründung der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena als Kuratie im Pfarrverband mit St. Georg
Erster Geistlicher Kuratus Joseph Lenzel (verstorben 3.7.1942 im KZ Dachau)
21.9.1930 Konsekration der Pfarrkirche St. Maria Magdalena durch Bischof Dr. Schreiber
2. 5. 1937 Grundsteinlegung für die Kirche St. Johannes Evangelist in Buchholz, Eddastraße 13/15, durch Erzpriester Kaiser
Die Gemeinde wurde vermutlich ebenfalls 1937 als selbständige Pfarrgemeinde errichtet
10.10.1937 Konsekration der Pfarrkirche St. Johannes Evangelist durch Bischof Dr. Konrad Graf Preysing
11./18.08.1940 Erhebung der Kuratie St. Maria Magdalena zur Pfarrei, damit Ausscheiden aus dem Pfarrverband mit St. Georg und vermögensrechtliche Selbständigkeit
07.01.1942 Verhaftung von Pfarrer Lenzel
03.07.1942 Pfarrer Lenzel stirbt im KZ Dachau an den Folgen der Haft
1942 Beschlagnahme der Glocken von St. Maria Magdalena.
Sie werden für die Rüstungsproduktion eingezogen und eingeschmolzen. Die kleine Aveglocke wird vom Kirchenvorstand versteckt und nach dem Krieg wieder aufgehangen.
1943-45 Schwere Schäden an der Pfarrkirche St. Georg durch Bombennahtreffer und Kampfhandlungen:
Grundmauern durch Bombentreffer angehoben
Marienkapelle (an der Stelle der heutigen Werktagskapelle) schwer beschädigt
Portalbogen über dem Hochaltar teilweise in Lage verschoben, Gewölbeteile des St.-Josephs-Seitenschiffs und des Hauptschiffs eingestürzt
Starke Risse in den Seitenwänden bis in das Fundament hinein
Dach beschädigt, Kirchturm vollständig zerschossen
Sämtliche Fenster zerstört
Heizung zerstört
Leichte Schäden an der Kirche St. Maria Magdalena, vor allem Glasbruch
1945-48 Reparaturen an der Pfarrkirche St. Georg, dem Dach und dem Kirchturm, Neuverglasung der Fenster
Dabei wurden die 6 noch heute von außen erkennbaren Fenster in den Seitenschiffen und im Presbyterium sowie die Rosette über dem Eingang zugemauert.
1948 Anbringung einer Gedenktafel in der Pfarrkirche St. Georg für die gefallenen Gemeindemitglieder vor dem Marienaltar, korrespondierend zu einer bereits vorhandenen Gedenktafel  für die Toten des 1. Weltkrieges vor dem Josephsaltar
Diese Gedenktafeln wurden auf Anraten des damaligen Kirchenarchitekten während der Umgestaltung des Hochaltars und der Kirchenrenovierung unter Pfarrer Engemann entfernt und sollten später an einem anderen Ort wieder aufgestellt werden.
1952 Ausmalung der Kirche St. Maria Magdalena
1961 Renovierung der  Pfarrkirche St. Georg , dabei aus Kostengründen Übermalung der Berankung der Gewölbe und der Wandbilder
1961 Erneuerung des Altarraumes in St. Maria Magdalena, dabei Abriss der Kanzel und Ersetzung durch zwei Ambonen, Anbringung von zwei "Ewig-Licht"-Haltern, Entfernung der hölzernen Bundeslade und Bau einer zweistufigen Marmorwand
Installation einer neuen Beleuchtung, dabei wird der Altarraum durch Leuchtstoffröhren erhellt.
November 1961 Für die durch den Mauerbau von ihrer Pfarrei St. Marien Reinickendorf getrennten Katholiken aus Wilhelmsruh wird zweimal monatlich eine Hl. Messe in der ev. Wilhelmsruher Lutherkirche gelesen
ca. 1971 Pfarrkirche St. Georg:
Abriss der desolaten und nur notdürftig wiederhergestellten Marienkapelle und Neubau der Werktagskapelle unter Pfarrer Engemann
Neugestaltung der Kirche entsprechend der Liturgiereform
Teile des Hochaltares konnten in den letzten Jahren aufgearbeitet und wieder aufgestellt werden. Der ursprünglich auf dem Altar stehende Hl. Georg konnte im Zuge der Renovierung des Pfarrsaales einen Ehrenplatz im Pfarrsaal erhalten.
1971-1972 Errichtung des Lenzelheims auf dem Grundstück Platanenstraße
1979 Die Kirche St. Maria Magdalena wird in Vorbereitung des 50. Kirchweihfestes neu gemalert
1980 Pfarrer Zoda baut mit Genehmigung des Ordinariats gegen den Willen des Kirchenvorstandes aus eigenen Mitteln die Christophorushalle auf dem Grundstück Platanenstraße
1983 Einstellung der regelmäßigen Sonntagsgottesdienste in Wilhelmsruh
1991-1999 Langwierige Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten an allen Gebäuden der Pfarrei St. Maria Magdalena in der Platanenstraße
1.08.1994 Übernahme der ehemaligen Wochenkrippe des Außenministeriums der DDR in der Boris Pasternak-Str. mit Kindern und Mitarbeitern durch die Pfarrei St. Maria Magdalena, Umzug der Kinder und Erzieherinnen aus der alten Kita Blumenthalstraße in das neue Gebäude
11.02.1998 Pfarrer Wittig stiftet der Gemeinde St. Maria Magdalena einen neuen Zelebrationsaltar für den Altarraum der Kirche, damit die Messe zukünfig der Gemeinde zugewandt zelebriert werden kann
1998-2001 Renovierung und Umbau des Pfarrhauses von St. Georg
1.05. 2004 Auflösung der Gemeinde St. Maria Magdalena und Angliederung des Gemeindegebiets und der Gläubigen an die Pfarrgemeinde St. Georg
Gleichfalls 2004 fand die Auflösung unserer zweiten Tochtergemeinde  St. Johannes Evangelist Berlin-Buchholz und ihre Angliederung an die Gemeinde Mater Dolorosa Berlin-Buch statt
18.-25.09.2005 Festwoche anläßlich des 75jährigen Kirchweihjubiläums von St. Maria Magdalena
seit 2008 umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten am Dach der Kirche St. Georg
21.-28.02.2010 Gemeindetage anläßlich des Jubiläums der Kirchweihe der Pfarrkirche St. Georg
6.-14.11.2010 Festoktav zum 100. Kirchweihtag der Kirche St. Georg

Der Bau der Pfarrkirche St. Georg wurde durch Baumeister Becker aus Pankow im neogotischen Stil entworfen. Die angrenzenden Wohnhäuser wurden erst 1929/1930 erbaut.

Die Kirche St. Maria Magdalena wurde vom Architekten Felix Sturm in expressionistischen Formen entworfen. Der ursprüngliche Plan sah vor, ein Pfarrhaus zur Linken und ein Gemeindehaus zur Rechten der Kirche zu errichten und diese Gebäude durch Kolonnaden mit der Kirche zu verbinden. Dieser Plan konnte aus Geldmangel (während der Bauzeit begann die Weltwirtschaftskrise) nicht verwirklicht werden.

Bis zur Vollendung der Kirche in der Kissingenstraße 33 fanden die Gottesdienste in der Parkstraße 4 (jetzt 37/39) statt. Das Grundstück wurde durch den Reinickendorfer Pfarrer Johann Leopold Panske 1896 von den sog. Millionen-Schulzes gekauft und das darauf befindliche Gartenhaus zu einer Kapelle umgebaut. Hier wurde auch die "Herz-Jesu-Gemeinde" durch Kardinal Kopp (am 29. 5. 1901) errichtet. Bis zum September 1996 wohnte der letzte Küster, Herr Nickut, hier. In den 30er Jahren fanden dort Gottesdienste Sonntags 6.30 Uhr, Montags 8.00, Mittwochs und Donnerstags 7.00 Uhr statt; nach dem Zweiten Weltkrieg bis zuletzt Sonntags 12.00 bzw. 11.30 Uhr.



Tochtergemeinden

St. Maria-Magdalena

Erster Gottesdienst 25. 8. 1907 in der St.-Mariahilf-Kapelle, Waldowstraße 27; Bildung der Gemeinde 1.1.1930
Auflösung der Gemeinde und Angliederung an die Gemeinde St. Georg Berlin-Pankow durch Kardinal Sterzinsky zum 1.5.2004

St. Johannes Evangelist

Bildung der Gemeinde (vermutlich) 1937
Auflösung der Gemeinde und Angliederung an die Gemeinde Mater Dolorosa Berlin-Buch durch Kardinal Sterzinsky 2004


Im heutigen Gemeindegebiet von St. Georg gibt es außerdem seit 1925 die St.-Franziskus-Kapelle, Wollankstraße 19, Konsekration/Benediktion 4. 10. 1925 und die Kapelle Maria Heimsuchung, Breite Str. 46/47 im Krankenhaus Maria Heimsuchung

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 19. Oktober 2010 um 19:06 Uhr