| Einladung zur Mitfeier |
| Geschrieben von: Thomas Hellwig | |
| Mittwoch, 30. Juni 2010 um 22:29 Uhr | |
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Einladung zur Mitfeier Liebe Gemeinde, das Jahr 2010 ist ein Jahr großer Jubiläen. So feiern wir im November den 100. Weihetag unserer Pfarrkirche St. Georg. Viele Menschen aus der Gemeinde bereiten uns eine schöne Festwoche vor. Besonders festliche Gottesdienste und ein großes Chorkonzert zur Ehre Gottes und unserer Freude werden stattfinden. Das „gemeinsame feiern“ wird also ganz im Vordergrund stehen. Im September werden wir das 80. Kirchweihfest der Kirche St. Maria Magdalena mit einem großen Kirchweihfest feiern. Auch diese Kirche ist der „heilige Ort der Gottesbegegnung” für einen Großteil unserer Gemeinde. Ein Blick in die Geschichte: St. Maria Magdalena wurde nach nur 17- monatiger Bauzeit am 21. September 1930 als erste Kirche im neu gegründeten Bistum Berlin durch den ersten Bischof Christian Schreiber geweiht. Bereits seit 1907 gab es in einer zur Kapelle umgebauten Tischlerwerkstatt in der Waldowstrasse Sonn-und- Feiertags-Gottesdienste durch Priester von der Muttergemeinde Pankow. Sehr schnell wurde die Kapelle zu klein, es zogen viele kath. Beamte aus allen Teilen Deutschlands nach Pankow und Niederschönhausen. Es wurde ein Kirchbausammelverein gegründet, denn Kuratus Teubner hatte schon 1907 das Grundstück in der Platanenstrasse für einen Kirchbau erworben. Ab 1920 war man am Sonntag zu Gast in der Kapelle des Heimes der Josefschwestern, die in der Schönhauser Straße ein Heim für “Gefallene Mädchen” und ihre Kinder aufgebaut hatten. Entscheidene Schritte zum Bau der Kirche sind vom Kirchenvorstand von St. Georg im Jahre 1929 durch Pfarrer Oskar Feige unter-nommen worden, der dann mit Hilfe des „Gesamtverbands der kath. Kirchengemeinden” den Bau planen und fertig stellen konnte. Kurz zuvor war sein langjähriger Kaplan Joseph Lenzel zum Kuratus von St. Maria Magdalena ernannt worden. Unser Pfarrer Lenzel hat dann für seine Kirche gelebt, viele sakrale Gegenstände für die Kirche angeschafft, die Bronzeglocken ( leider 1942 für militärische Zwecke eingeschmolzen), wertvolle Paramente, Kelche und Monstranzen seiner Gemeinde und Kirche geschenkt. Mit großer Betroffenheit musste die Gemeinde erleben, wie Pfr. Lenzel am 7.1. 1942 verhaftet wurde, nach wochenlangen Verhören ins KZ Dachau kam und dann am 3.7.1942 dort verstorben ist. Er ist ein Märtyrer des Bistums Berlin geworden, weil er als Seelsorger den Zwangsarbeitern, die in der Schönholzer Heide interniert waren, seelsorglich und menschlich zur Seite stehen wollte und musste! Wenn wir in die Geschichte unserer Gemeinde schauen, werden wir immer wieder auf Menschen stoßen, die uns beiden (St. Georg und St. Maria Magdalena) viel bedeuten. Pfarrer Feige und Pfarrer Lenzel aus der Erbauerzeit, oder Pfarrer Zoda, der uns in der Zeit der „untergehenden DDR” das Lenzelheim für manch politische Aktion und Gemeinsamkeit geöffnet hat. Seit der Fusion sind wir nun eine Gemeinde und tun uns manchmal schwer, miteinander zu leben. Wir sollten da auf die Gruppen und Menschen schauen, die es uns vormachen, wie Gemeinschaft funktionieren kann, z.B. die Ministranten und die Pfarrjugend, für die es nur noch eine Gemeinde gibt. So lade ich Sie alle ein: Feiern wir doch unsere Feste gemeinsam. Gehen wir doch in die andere Kirche, wenn sie Geburtstag feiert, besuchen wir Gottesdienste und Gemeindefeste im jeweils anderen Gemeindeteil. Wir gehören zusammen, haben eine gemeinsame Geschichte, vielleicht auch gemeinsame Zukunft! Unser Herr hat doch nicht umsonst um die Einheit seiner Kirche gebetet! Ich freue mich, Sie zu sehen! Ihr Küster Thomas Hellwig
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