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Universum ohne Gott?
Geschrieben von: Alexander Fittkau   
Mittwoch, 18. Mai 2011 um 20:06 Uhr

Universum ohne Gott?

Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Vortrag von Pfarrer em. Dr. Ulrich Kappes, den er am 5. April anlässlich eines Abends der Kolpingfamilie hielt. Das Thema entsprach offenbar einem Bedürfnis vieler Gläubiger, denn unser Pfarrsaal war mit gut 75 Personen fast überfüllt. Und ein guter Teil der Besucher stammte aus unserer benachbarten evangelischen Hoffnungskirchengemeinde, in der Pfr. Kappes über 25 Jahre seinen Dienst versah, alles in allem eine schöne ökumenische Veranstaltung. Es ging natürlich um die Frage nach der Entstehung des riesigen Kosmos und der darin befindlichen kleinen Welt, in der wir leben. Ist es Gottes Schöpfung oder Zufall? So stellte uns also Pfr. Kappes das Universum vor. Anhand beeindruckender Fotos aus dem Weltall und der Entwicklung der Weltraumforschung erarbeitete er einen kleinen Überblick und leitete dann über zu den Ergebnissen der Forschung. Ein großes, aber auch sehr schwieriges Thema, dass er durch kleine Denk- und Fragepausen, die er jeweils durch Fotos von seiner Lieblingsbank in Tirol, die er offenbar selber zum Ruhen und Nachdenken liebt, einleitete.

Wir lernten einen kleinen Kreis hervorragender Wissenschaftler kennen, die sich um dieses Thema besonders verdient gemacht haben, etwa Edwin Hubble, der ein Gesetz entdeckte, wonach das Universum nach dem Urknall (vor ca. 13 Mill. Jahren) sich ausbreitet, seine gasförmigen Bestandteile sich voneinander entfernen, dabei abkühlen und letzten Endes feste Körper bilden werden. Wir hörten über „Schwarze Löcher“, lernten Supernovas kennen. Wir erfuhren, dass Papst Pius XII: sich mit dem Thema befasste und den Urknall nicht in Abrede stellte.

Offen bleibt jedoch immer wieder die schon oben erwähnte Frage „Woher kommt alles?“. Und bei aller Wissenschaft tröstet der Gedanke, dass es viele Wissenschaftler gab und gibt, die trotz der Befassung mit diesem Thema fest davon überzeugt sind, dass hinter allem Gott stehen muss, auch wenn sie vielleicht anfänglich anderer Überzeugung gewesen sein sollten. Der Physiker Werner Heisenberg soll einmal eine mit einem Getränk gefüllte Tasse zum Vergleich herangezogen haben: „Nach den ersten Schlucken könnte man zum Atheisten werden. Trinkt man aber aus, kommt auf dem Tassengrund das Antlitz Gottes zum Vorschein.“

Als Fazit dieses sehr anregenden, aber auch fordernden Abends konnte man zumindest mitnehmen, dass es lohnt, sich weiter mit diesem interessanten Thema zu beschäftigen, denn, wie ich erfuhr, es ging mir wie den meisten im Saal. Man weiß offenkundig viel zu wenig über dieses Thema.

Alexander Fittkau