| Luisa Vortrag Äthiopien 29.12.06 |
| Geschrieben von: Luisa Kühlmann | ||||||||
| Freitag, 12. Januar 2007 um 20:27 Uhr | ||||||||
JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL Vielen Dank, dass ihr alle gekommen seid, um diesen Vortrag zu hören. Nun ist es schon ein halbes Jahr her, seitdem ich wieder in Europa bin, jedoch möchte ich nun endlich nachträglich und persönlich zu dieser Erfahrung berichten. Wenn es zwischendurch Fragen geben sollte, bitte stellen Sie sie! Ich habe erstmal folgende Gliederung geplant: Ich fange an, über das Land Äthiopien im Allgemeinen zu sprechen, werde mich dann auf das Salisianer-Projekt in Mekanissa und meine persönliche Beteiligung daran beziehen. Zum Schluss mochte ich auch etwas zu Spenden sagen und dazu, was diese bewirken können und was vor Ort damit passiert.
Äthiopien ist ein unglaublich faszinierendes Land, welches man nach längerem Aufenthalt immer weniger nachvollziehen kann. Es ist eines der ältesten christlichen Länder der Welt: schon seit dem 4. Jahrhundert war das Christentum die offizielle Staatsreligion. Eine weitere Besonderheit Äthiopiens ist, dass es nie kolonialisiert wurde: ausschließlich Italien versuchte es einige Jahre, doch die Italiener verließen das Land nach kurzer Zeit und hinterließen lediglich einige neue Brücken, Strassen und Wissen über Automechanik (Begriffe sind heutzutage in der Autoreparatur fast ausschließlich italienisch). Es besteht ein hoher Grad an Gastfreundschaft und Solidarität, an Verbundenheit und Nachbarschaft. Äthiopier sind sehr nationalbewusst und Stolz, das bildet einen starken Ausgleich zu den Leiden und der Armut, die sich überall und regelmäßig bemerkbar macht. Jeder wird von den Hungersnöten gehört haben, die besonders stark in den 80iger Jahren waren. Regelmäßige Umweltkatastrophen, Kriege und Krankheiten (z.B. AIDS) zerstören Familien, Leben und Hoffnungen. Sie verderben Ernten, die einzige Einkommsquelle für die Mehrheit der Menschen. In diesem Land von 70,000,000 Einwohner liegt das Durchschnittsalter bei 17 Jahren. (Vergleich: 42 Jahren in Deutschland). Es gibt weder ein Gesundheitssystem noch Rentenversicherung, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Es liegt eine große Last auf den Schultern der Kinder des Landes: sie bilden die Altersvorsorge für die Eltern. Daher lautet das Motto: umso mehr Kinder, desto besser. Im Durchschnitt bringt jede Frau 6 Kinder zur Welt (als Vergleich in Deutschland: 1.4). Doch werden von 1,000 lebend geborenen Kindern 93 sterben (4.2). Kinder müssen mit den Eltern mitschuften um Essen zu haben, somit wird ihnen jegliche Möglichkeit auf Bildung verwehrt. Die Alphabetisierungsrate (definiert als Verhältnis aller Kinder, die älter als 14 sind und lesen und schreiben können zur Gesamtzahl der Kinder dieses Alters) liegt in Deutschland bei 99%; in Äthiopien dagegen bei 42%. Wenn den Kindern ein kleiner Schritt aus diesem Teufelskreis ermöglicht werden kann, wird in der Zukunft eine deutliche Verringerung der Not der Menschen zu spüren sein.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 19. Mai 2009 um 14:02 Uhr |

